- Was ist das Retroid Dual Screen Add-On?
- Kompatibilität – mit welchen Geräten funktioniert das Add-On?
- Meine Erfahrungen mit dem Ayn Odin 2 Mini Pro und dem GPD Win 4
- Gaming und Emulatoren
- Preis, Lieferumfang und technische Daten
- Häufige Fragen (FAQ)
- Glossar
Im Sommer 2025 hat Retroid ein Zubehör vorgestellt, auf das viele Retro-Fans schon lange gewartet haben: das Retroid Dual Screen Add-On.
Für rund 69 US-Dollar bietet es ein 5,5 Zoll großes 1080p-AMOLED-Touchdisplay, das sich über USB-C mit verschiedenen Handheld-Geräten verbinden lässt – sowohl mit Android- als auch Windows-Handhelds.
Ich habe mir das Add-On in der GC-Farbvariante (angelehnt an das GameCube-Lila) bestellt und mit meinem Ayn Odin 2 Mini Pro sowie dem GPD Win 4 2025 getestet.
Was ist das Retroid Dual Screen Add-On?
Das Dual Screen Add-On ist ein Zusatzdisplay, das über DisplayPort over USB-C arbeitet.
Es besitzt eine Auflösung von 1920×1080 Pixeln, eine Bildwiederholrate von 60 Hz, 500 nits Helligkeit, 100 000:1 Kontrast und deckt 107 % des sRGB-Farbraums ab.
Das Scharnier kann in 120°, 150° und 180° eingerastet werden, was es ideal für unterschiedliche Nutzungswinkel macht – ob als aufgeklapptes Zweit-Display beim Spielen oder als kleiner Monitor für Video-Bearbeitung, Streaming-Overlay oder Emulator-Bildschirm.
Retroid liefert das Add-On in drei Farben:
- Schwarz
- GC (GameCube-Lila)
- Transparentes Weiß
Zum Lieferumfang gehören außerdem ein USB-C-Kabel, ein Bildschirmschutz und eine Klemmhalterung – je nach gewähltem Gerätetyp.
Kompatibilität – mit welchen Geräten funktioniert das Add-On?
Offiziell ist das Display mit folgenden Geräten kompatibel:
- Retroid Pocket 5
- Retroid Pocket Mini / Mini V2
- Retroid Pocket 4 Pro (nach OTA-Update 1.0.0.167)
Darüber hinaus funktioniert es auch mit anderen Geräten, sofern sie DisplayPort-Unterstützung über USB-C bieten und zwischen 5″ und 7″ Bildschirmgröße liegen.
Ich konnte es erfolgreich mit dem Ayn Odin 2 Mini Pro und dem GPD Win 4 2025 (AMD Ryzen 7 8840U, 32 GB RAM, 4 TB SSD) testen.
Beim Odin 2 Mini Pro wurde das Display zunächst nur im Hochformat (Portrait-Modus) erkannt, ließ sich aber per Script über SSH auf Querformat (Landscape) drehen. Ein Firmware Update für den Odin 2 Mini Pro ist bisher noch nicht angekündigt, für andere Odin 2 Geräte gibt es bereits eine Beta Version zum testen, die man sich auf Nachfrage im Ayn Discord Server freischalten lassen kann.
Beim GPD Win 4 ließ sich die Drehung direkt über die Windows-Anzeigeeinstellungen anpassen – dort wurde das Display sofort als externer Monitor erkannt. Allerdings musste ich hier ein anderes USB-C Kabel verwenden, da keines der mitgelieferten Kabel erkannt wurden und ich einen Fehler erhalten habe, dass das angeschlossene USB Gerät nicht erkannt werden konnte.
Meine Erfahrungen mit dem Ayn Odin 2 Mini Pro und dem GPD Win 4
Beim Ayn Odin 2 Mini Pro passt die Halterung für die Retroid Geräte sehr gut, die Halterung für die größeren 6-7″ Geräte ist zu groß und hier musste ich noch etwas zwischen Gerät und Halterun klemmen, damit dieses fest sitzt.
Das USB-C-Kabel funktionierte, war aber etwas zu lang und stand sichtbar über.
Beim GPD Win 4 war das Gegenteil der Fall: das Kabel, das mit der „anderen Halterung“, für 6-7″ Geräte geliefert wurde, war nicht kompatibel – der Bildschirm wurde in Windows 11 nicht erkannt. Mit einem anderen USB-C-Kabel klappte die Verbindung jedoch problemlos.
Das größere Problem: der GPD Win 4 ist schlicht zu dick, um das Scharnier vollständig zu schließen. Dadurch bleibt das Display leicht geöffnet und das Setup wirkt etwas sperrig. Für stationären Einsatz ist es aber in Ordnung.
Gaming und Emulatoren
Der größte Vorteil des Retroid Dual Screen Add-Ons liegt klar bei Emulatoren mit zwei Bildschirmen, etwa:
- Nintendo DS (MelonDS Fork) – https://github.com/SapphireRhodonite/melonDS-android
- Nintendo 3DS (Azahar Fork) – https://github.com/SapphireRhodonite/azahar
- Wii U (Cemu Fork) – https://github.com/SapphireRhodonite/Cemu
Dank der Community rund um Entwickler wie SapphireRhodonite gibt es bereits angepasste Versionen dieser Emulatoren, die das zweite Display automatisch erkennen und korrekt ansteuern.
Damit ist es endlich möglich, Spiele wie Zelda Spirit Tracks oder Pokémon SoulSilver mit echtem Dual-Screen-Feeling auf einem modernen Handheld zu erleben – ganz ohne kleine Splitscreens nebeneinander.
Preis, Lieferumfang und technische Daten
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Displaygröße | 5,5 Zoll AMOLED |
| Auflösung | 1920 × 1080 @ 60 Hz |
| Helligkeit | 500 nits |
| Kontrast | 100 000 : 1 |
| Farbraum | 107 % sRGB |
| Hinge | 120° / 150° / 180° Click-Stop |
| Gewicht | ca. 130 g |
| Farben | Schwarz / GC / Transparent Weiß |
| Preis | ca. 69 USD (+ Versand) |
Häufige Fragen (FAQ)
Funktioniert das Add-On auch mit Steam Deck oder Anbernic-Geräten?
Nein, da diese Geräte kein DisplayPort über USB-C unterstützen oder auf Mediatek/Unisoc-Chips basieren.
Wie kann ich das Display drehen?
Unter Windows in den Anzeigeeinstellungen, unter Android per ADB-Befehl oder über das SSH-Script (z. B. „sfrotate“ auf GitHub), sofern es nicht direkt vom Gerät unterstützt wird.
Kann ich das Display als Touchscreen nutzen?
Ja, das Panel unterstützt Multitouch und wird z. B. bei Windows-Handhelds direkt als Touch-Monitor erkannt.
Was tun, wenn das Display nicht erkannt wird?
Kabel drehen, anderen USB-C-Port verwenden oder ein hochwertiges USB 3.1-Kabel probieren. Laut Retroid funktioniert das Add-On nur mit Kabeln, die DisplayPort-Signale korrekt übertragen.
Glossar
DisplayPort over USB-C – Eine Technik, mit der Bildsignale über den USB-C-Port übertragen werden.
AMOLED – Display-Technologie mit selbstleuchtenden Pixeln, die kräftige Farben und hohen Kontrast liefert.
Emulator – Software, die alte Spielekonsolen auf moderner Hardware simuliert.
Fork – Eine angepasste Weiterentwicklung eines bestehenden Open-Source-Projekts.
OTA-Update – „Over The Air“-Update, also ein Firmware-Update, das direkt über WLAN eingespielt wird.





























