Nextcloud mit Netzlaufwerk für Benutzerdaten – meine Erfahrungen mit Proxmox, OpenMediaVault und SMB

Ich nutze Nextcloud seit einigen Jahren als zentrale Datendrehscheibe für meinen Alltag und mein Homelab. Am Anfang lag das komplette Nextcloud Data Directory klassisch auf einer virtuellen Festplatte im LXC Container. Das hat funktioniert, war aber wenig flexibel und ich konnte die Festplatte nicht sinnvoll mit anderen Diensten teilen.

Also habe ich mein Setup umgebaut und Nextcloud so eingerichtet, dass die Benutzerdaten auf einem Netzlaufwerk landen, das von OpenMediaVault per SMB bereitgestellt wird. Zusätzlich nutze ich einen separaten HP Elitedesk als weitere NAS für eigene Dateien wie Bilder und Videos, die ich über die Nextcloud ebenfalls von überall erreichen kann.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich meine Nextcloud mit einem Netzlaufwerk eingerichtet habe, welche Probleme es am Anfang gab und welche Vor- und Nachteile das Ganze hat.

Mein Setup im Überblick

Hier ein Überblick über meine aktuelle Umgebung:

KomponenteDetails
HypervisorProxmox VE mit AMD Ryzen 5700G
RAM80 GB
System SSDs2 × 2 TB NVMe (kein RAID, nur für VMs und LXC)
NextcloudLXC Container mit Ubuntu, 6 vCPUs, 16 GB RAM, 32 GB Swap
PHP VersionPHP 8.3.4
Nextcloud Systemdisk128 GB virtueller Speicher für OS, Apps und Cache
Storage für BenutzerdatenOpenMediaVault VM auf demselben Proxmox Host, 18 TB HDD per SMB Share und Fantec QB-35U31 4 Bay USB HDD Gehäuse (*) mit USB-C und 10Gbit/s
Zusätzliche NASHP Elitedesk 800 G4 mit OpenMediaVault für Bilder, Videos und Backups
Netzwerk internVirtuelle 10 Gbit Links zwischen VMs und LXC Containern
Netzwerk extern2,5 Gbit NIC, aktuell an einem 1 Gbit Switch

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Die eigentlichen Nextcloud Benutzerdaten liegen auf der 18 TB Festplatte in der OpenMediaVault VM. Diese Platte wird als SMB Netzlaufwerk freigegeben. Die zweite NAS auf dem HP Elitedesk nutze ich für persönliche Daten wie Fotos, Videos und Archive, die ich in Nextcloud als externen Speicher per fstab Eintrag einbinde.

Nextcloud mit SMB Netzlaufwerk einrichten

Die Einrichtung von Nextcloud mit Netzlaufwerk verlief bei mir in mehreren Schritten.

1. OpenMediaVault VM auf Proxmox

Auf dem AMD Ryzen 5700G Server läuft neben dem Nextcloud LXC eine VM mit OpenMediaVault. Die 18 TB HDD ist direkt an diese VM durchgereicht. So kann ich alle SMART Werte und den Zustand der Festplatte bequem in OMV überwachen, aber auch die Festpaltte für weitere Dienste wie bspw. meinen Home Assistant Server nutzen und dort Assets wie Bilder und Icons ablegen.

2. Dateisystem und Lautstärke

Anfangs hatte ich die Festplatte mit BTRFS formatiert. Das Ergebnis war wenig angenehm: Schon bei kleinen Zugriffen hat die Platte laut gerattert. Nach einigen Wochen habe ich sie neu mit ext4 formatiert. Seitdem läuft sie deutlich ruhiger und ist im normalen Betrieb kaum noch hörbar.

3. SMB Freigabe einrichten

In OpenMediaVault habe ich einen Freigabeordner für Nextcloud angelegt und als SMB Share veröffentlicht. Wichtig ist, dass der Benutzer, unter dem der Webserver und PHP im Nextcloud Container laufen, passende Rechte auf der Freigabe hat. In meinem Fall ist das www-data.

4. Netzlaufwerk im LXC Container mounten

Im Nextcloud Container mounte ich das SMB Netzlaufwerk nach /mnt/nxd. Der Eintrag in meiner /etc/fstab sieht vereinfacht so aus:

//10.10.113.20/nx/112040 /mnt/nxd cifs username=server,password=DEIN_PASSWORT,uid=www-data,iocharset=utf8 0 0

Kurz erklärt:

  • cifs – setzt das SMB/CIFS Protokoll
  • username und password – Zugangsdaten für die Freigabe
  • uid=www-data – alle Dateien gehören im Container dem Benutzer www-data
  • iocharset=utf8 – sorgt für korrekte Darstellung von Umlauten

Damit wird das Netzlaufwerk beim Start des Containers automatisch eingebunden. Wer mag, kann die Zugangsdaten auch in eine separate Credentials Datei auslagern, damit sie nicht im Klartext in der fstab stehen.

5. Nextcloud Data Directory auf Netzlaufwerk legen

Bei der Installation bzw. später über die config.php habe ich das Data Directory von Nextcloud auf /mnt/nxd gelegt. Die Nextcloud Installation selbst mit PHP Dateien, Anwendungen und Server Cache liegt weiterhin auf der schnellen NVMe SSD des Containers.

6. Zusätzliche NAS als externer Speicher

Der HP Elitedesk 800 G4 mit OpenMediaVault läuft als zweite NAS in meinem Netzwerk. Dort liegen persönliche Daten wie Urlaubsbilder, Videos und größere Archive. Diese Shares binde ich in Nextcloud über die Funktion „Externer Speicher“ ein. So tauchen die Ordner direkt in der Nextcloud Oberfläche auf, ohne dass sie in das eigentliche Data Directory kopiert werden müssen.

Erfahrungen im Alltag

Die Kombination aus Proxmox, Nextcloud, OpenMediaVault und Netzlaufwerk nutze ich inzwischen seit knapp zwei Jahren. Verbunden sind mehrere Windows PCs und Laptops mit dem Nextcloud Client, außerdem diverse Android Geräte, die über FolderSync Pro Kameraordner und eigene Dateien sichern.

Durch das interne 10 Gbit Netzwerk zwischen Nextcloud Container und OpenMediaVault VM merke ich im Alltag keinen Unterschied zu einer lokal eingebundenen Festplatte. Uploads, Downloads und die Weboberfläche reagieren schnell, Synchronisation und Dateizugriffe laufen stabil.

Besonders praktisch finde ich:

  • zentrale Überwachung der Festplatte über OpenMediaVault (Smart Werte, Speicherverbrauch)
  • flexible Nutzung des Speichers durch mehrere VMs
  • zusätzliche NAS für Medien, die ich trotzdem direkt in Nextcloud sehen und nutzen kann

Probleme und Stolperfallen

Ein paar Punkte musste ich anfangs nachjustieren:

  • Startreihenfolge in Proxmox
    Die OpenMediaVault VM muss vollständig hochgefahren sein, bevor der Nextcloud LXC startet. Sonst schlägt der Mount des Netzlaufwerks fehl. Das habe ich über die Startreihenfolge und eine kleine Verzögerung in Proxmox gelöst.
  • Dateisystemwahl
    BTRFS auf der großen 18 TB HDD war bei mir sehr laut. Mit ext4 ist die Platte angenehm ruhig und verhält sich im Dauerbetrieb deutlich unauffälliger.
  • Direkter SMB Zugriff auf das Data Directory
    Auf das Netzlaufwerk, das als Nextcloud Data Directory dient, greife ich nicht mehr direkt vom PC aus zu. Änderungen mache ich nur noch über Nextcloud oder WebDAV, damit die Datenbank konsistent bleibt.

Vor und Nachteile von Nextcloud mit Netzlaufwerk

Zum Abschluss eine Übersicht der wichtigsten Vor- und Nachteile meines Setups:

VorteilNachteil
Speicher flexibel von mehreren VMs nutzbarAbhängigkeit von OpenMediaVault VM und Netzwerk
SMART Werte und Zustand der HDD gut überwachbarEinrichtung komplexer als lokale Festplatte
klare Trennung zwischen Application und DatenMount in fstab muss zuverlässig funktionieren
zusätzliche NAS für Medien als externer Speicherbei Fehlern im Storage sind Benutzerdaten nicht erreichbar
einfache Erweiterbarkeit durch weitere Sharesdirekter SMB Zugriff auf das Data Directory problematisch

Fazit

Nextcloud mit Netzlaufwerk auf Proxmox und OpenMediaVault hat sich für mich als sehr flexibles und alltagstaugliches Setup bewährt. Die Benutzerdaten liegen auf einer eigenen 18 TB HDD in der OMV VM, während die Nextcloud Installation selbst auf der schnellen NVMe SSD läuft. Zusätzlich nutze ich den HP Elitedesk als separate NAS für Bilder, Videos und große Archive, die ich über externen Speicher in Nextcloud einbinde.

Wenn du ein ähnliches Homelab oder eine kleine Umgebung planst, kann eine Nextcloud Installation mit Netzlaufwerk eine gute Lösung sein. Wichtig sind eine saubere Rechtevergabe, eine sinnvolle Startreihenfolge der VMs und eine schnelle interne Anbindung. Dann bekommst du eine flexible Nextcloud mit Netzlaufwerk, die sich bei Bedarf leicht erweitern lässt und trotzdem stabil und performant bleibt.

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